31.03.2011

erste Male.

Eine Woche voller erster Male.

Mein erster Besuch bei einem koreanischen Friseur endete in einer Kulturstudie :)

1. Nicht wundern wenn beim Betreten erstmal Panik unter den Mitarbeitern ausbricht & alle so schnell es geht hinter irgendeiner Tür verschwinden.
2. Der absolute Albtraum eines Koreanischen Friseurs: Ausländer. Rote Haare. Locken - ja. ja. ja. JACKPOT! :)
3. Niemals das Kommunikationsproblem unterschätzen ( in meinen Fall realisiert ich das Problem erst als ich plötzlich einen Pony hatte)
4. in Deutschland ist es nur Fönen, in Korea ist es eine 1-stündige hingebungsvolle Fön Zeremonie
5. Ob fönen, schneiden oder kämmen - es arbeiten mindestens 3 Friseusen gleichzeitig an einem
6. Obwohl der Salon im 4. Stock war wurde ich unter ständigem Verbeugen bis auf die Straße runter begleitet. Das Winken im Augenwinkel hörte auch erst auf als ich schon um die nächste Häuserecke verschwunden war....

Und übrigens: 5 der anwesenden 5 Männer ließen sich ne Dauerwellen machen. Hoff ma mal das dieser Trend nicht nach Europa überschwappt :D

Zweites erstes Mal.

Während alle anderen Angst vor den Entwicklungen in Japan haben kommt bei uns der Feind aus der anderen Richtung. Der sogenannte Yellow Dust. Seoul ist in diesen Tagen nämlich immer wieder in eine gelbe Staubwolke gehüllt. Es handelt sich dabei um Sandstürme aus den Wüsten in Nordchina und der Mongolei die im Frühjahr über Korea hinwegfegen. Durch die lange Reise über chinesische Industriegebiete transportiert der Staub immense Mengen an Schadstoffen, vor allem Schwermetalle. Im Zuge desseb schiessen die Verkaufszahlen für die Mundschutz Masken, wie mann Sie aus Asiatischen Städten kennt, in die Höhe. Unglaubliche 6 Milliarden Euro Schaden verursacht das Phänomen in der Region jedes Jahr. Mich hats Gott sei Dank nur mit Husten und Halsweh erwischt aber ich bin trotzdem froh wenn wir wieder zum normalen grauen statt gelben Großstadthimmel zurückkehren :)

Das dritte erste Mal.


Templestay. Kommendes Wochenende geht's für mich mit einer koreanischen Freundin ans südlichste Ende Koreas zum Mihwangsa Tempel. Dort werden wir 3 Tage zusammen mit buddistischen Mönchen leben, diskutieren, arbeiten und meditieren. Der Mihwangsa Tempel ist bekannt als einer der schönsten im Land und liegt an einem Berghang zwischen dem chinesischen Meer und der bekannten Dalma Gebirgskette.
Da wir dort wie Mönche leben wird unser Tagesablauf folgendermaßen aussehen:

4:00 (!!!!!) Wake Up Bell
4:20 Morning Chanting & Walking Meditation
5:00 Sitting Meditation
6:30 Breakfast
7:30 Community Work
8:30 Free Time
10:00 Chanting & Walking Meditation
11:30 Lunch
12:10 Free Time
5:00 Instructions on basic temple etiquettes.
6:00 Dinner
7:00 Evening Chanting
7:30 Tea zeremony
10:00 Sleep

Nach dem langen Wochenende bin ich dann also die Ruhe und Erleuchtung in Person.
Bis dahin verbleibe ich mit ooooooohhhmmmmm und vielen Grüßen :)

26.03.2011

Überwintern.




Ende Dezember gingen alle Studenten hier in den Zugvögelmodus über um im Süden in T-Shirt & Bikini statt Pulli & Schal zu überwintern.







Für mich gings über die Weihnachtsfeiertage erstmal nach China um dort mit meinen ehemaligen Mitbewohnerinnen ein wunderbar entspanntes Weihnachten zu verbringen (stillecht Chinesisch mit Plastikchristbaum natürlich) Anschließend gings nach Kuala Lumpur, Borneo, Brunei, Vietnam, Laos und Thailand.




Gegen Ende hat die kleine Thailändische Insel Koh Lipe dann aber alle Weiterreisepläne durchkreuzt. Das Castaway Life auf der touristisch noch fast unberührten Insel war einfach too good to give it up...

So wurden aus geplanten 3 Tagen 13 :)


Während der zweieinhalb Monate auf Tour haben wir Unmengen schöner Erinnerungen gesammelt. Was aber so eine Reise noch mehr ausmacht sind all die kleinen Alltagskuriositäten & Abenteuer!

Unvergesslich bleibt zum Beispiel der Hl. Abend in einer chinesischen Kirche.... Liedtexte auf Flatscreens, der Grundlärmpegel eines deutschen Einkaufszentrums an einem Adventssamstag und ausgedehnte Handygespräche schienen hier normal zu sein. Höhepunkt war jedoch die Kommunion: (siehe Bild)

Die Hände brav gefaltet fährt der Chinese seine Ellenbogen aus um sich mit dieser Methode möglichst schnell & maximal chaotisch nach vorne zu kämpfen. Genauso wie hundert andere. Es machte fast den Eindruck als ob statt einer Hostie Autogrammkarten für Lady Gaga verteilt wurden….Unvergesslich!



Während der Zeit on tour führte uns jeder Tag wieder das Reisegesetz Nr. 1 vor Augen: Nichts ist planbar!


Sei es die Tatsache das Klemens' Gepäck erst nach 17 Tagen seinen Weg nach Asien gefunden hat, oder die unzähligen Transportpannnen in Vietnam (20 Std eingequetscht im Bus zwischen Reissäcken & Limetten oder als der Zug nach 17 Std Fahrt plötzlich stehen blieb für 1, 2, ... 5 Std! (möglicherweise auch länger, wir haben uns jedenfalls nach 5 STd zu Fuss auf die Suche nach Zivilisation & Taxi gemacht)




…Besonderes Glück hatten wir aber auch beim Rollerfahren. Ein geplatzter Reifen, ein abgebrochener Schlüssel und ein halbstündiger Tankstellenmarsch dank leerem Tank zählen zur Bilanz (jaja ich weiß letzteres wäre planbar gewesen^^ )


Anyway.

Genau diese Erfahrungen gespickt mit magic moments wie das Schwimmen mit 2 Riesenschildkröten, einen Gespräch mit einem jungen buddistischen Mönch in Laos, sich eine komplette Insel nur mit einer handvoll Seezigeunern zu teilen oder das Gefühl freilebende Orang Utans in den Baumwipfeln am Flussufter zu entdecken - machen das Reisglück perfekt!
















Zum Ende hin war die Vorfreude auf Korea aber wieder riesengroß und ich bin mehr als bereit mich in die Abenteuer der letzten 3 Monate zu stürzen!