04.06.2011



UNNÜTZES WISSEN // KOREA









  • Es gibt keine Messer zum schneiden. Nur Scheren.


  • Es gibt 7 verschiedene Höflichkeitsformen in der koreanischen Sprache.


  • Koreanische Arbeitszeiten sind nach der berühmten Supermarktkette 7/11 benannt - guess why^^ (Es sind auf jeden Fall nicht "nur" 11 Std pro Tag) anschließendes Trinkgelage mit dem Chef mehrmals die Woche übrigens erwünscht



  • An jeder Ecke gibt es Hunde oder Katzen Cafes. Hier sitzt man in mitten lauter Hunden bzw Katzen und kann diese während des Kaffeetrinkens streicheln oder mit ihnen spielen.



  • Die Unizeit ist für die Koreaner die tollste Zeit ihres Lebens! Während ihrer Highschool Zeit lernen die jungen Koreaner rund 16-17 Std täglich und auch nach Uniabschluß warten Arbeitszeiten von rund 14 Std pro Tag auf Sie. Die Uni mit insgesamt 6 freien Monaten pro Jahr und jede Menge Partys ist da wie Urlaub






  • Koreaner sind verrückt nach Schönheitsoperationen. Vorallem Teenagern wird von den Eltern oft ein ganzer Operationsplan aufgestellt. Die OP selber gibt es üblicherweise zum Abitur geschenkt.


  • Apropos Trinken, Koreaner sind die größten Suffköpfe unter den Asiaten. Vielleicht weil im Supermarkt Soju (koreanischer Wodka) meist billiger ist als Wasser.


  • Das könnte auch erklären, dass eines der Nationalgerichte die Hangover Soup (Deutsch: Katersuppe) ist.


  • Ein weiteres Nationalgericht ist 산낙지: lebendiger Octopus. Da diese sich beim Schlucken in der Speiseröhre mit ihren Saugnäpfen festsaugen gibt es immer wieder Todesfälle. Letzes Jahr waren es 6.


  • Ich kenne keinen Koreaner der nicht schon MINDESTENS 1 Blind date hatte


  • kostenlose Hotlines stehen 24/7 für Übersetzungen zur Verfügung und benantworten einem alle möglichen Fragen...Die Nummer von nächsten Pizza Lieferservice? Wie wird das Wetter morgen? Ist hier ein Club in der Nähe?



  • 2009 hat Korea Japan überholt und hat nun weltweit die höchste Selbstmordrate. Besonders während der Zeit der Uni Einstellungstest werfen sich die Teenager in Scharen vor die UBahn. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren die Gleise im kompletten UBahn Netz verglast.



  • Koreaner haben keine Angst vor Nordkorea oder Reaktorunfällen. Das Schlimmste was dir hier passieren kann ist keinen Boyfriend/Girlfriend zu haben. Im Ernst :) Alles in Korea ist auf Pärchen ausgerichtet. Couple Sitze im Kino, Couple Menü im Restaurant, Pärchen Klamotten und sogar extra Foto Spots wo Pärchen z.b. in einer Kutsche Fotos machen können.


  • Da man diesen Boyfriend/Girlsfriend aber auf keinen Fall mit nach Hause bringen kann gibt es massenweise DVD Rooms und Love Hotels wo sich die Pärchen treffen können - das gehört hier zum Alltag


  • Während bei uns die Ausländer oft mehr zahlen müssen ist es hier genau andersrum. Eintritt in Clubs, Konzert Tickets, Museen, Busfahrten in alle Teile Koreas - für Ausländer is meist alles for for free!


  • Trinkspiele sind den Koreanern liebstes Hobby und sich bis zur Bewusstlosigkeit zu betrinken ist völlig normal. Egal welche Tageszeit. Egal welche Gesellschaftsschicht. Da kann das 17 jährige Mädchen oder der Businessmann im Anzug schon Mittags bewusstlos vor der Bar liegen und keiner wundert sich.


  • Jeder Koreaner kennnst diesen deutschen Satz: "Ich liebe dich am Abend und am Morgen". (eine Lied von Beethoven das jeder Grundschüler auswendig lernen muß)



  • Unsere Universität hat ein eigenes Bestatungsinstitut.


23.05.2011

Eat. Pray. Laugh.


...damit lassen sich die Tage im Mihwangsa Tempel am Äußersten Ende Koreas zusammenfassen.

Eat.



In buddistschen Tempeln wird vegan gegessen. Das kann mächtig Überwindung kosten wenn morgens um 6 Uhr zum Frühstück schon Kimchi (nennen wir es mal scharfes, kaltes Sauerkraut), Reis und Algensuppe auf dem Speiseplan stehen. ..Aber der Hunger überwiegt, schließlich ist man zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 2 Std auf den Beinen :)


Am zweiten Tag stand sogar ein Teezeremonie Workshop auf dem Programm. Koreanisches Teetrinken wird nämlich zelebriert! Mit maximalen Aufwand ,durch unzähligem umgießen, ausschütten und wiederaufgießen wird die perfekte Tasse Tee zubereitet. Mit unserem industriell hergestelltem Pfefferminz oder Hagebutten Tee daheim hat das nur noch sehr wenig zu tun…Das i-tüpfelchen zur Kirschblütenzeit ist übrigens eine geschlossene Kirschblüte die in die winzigen Tassen gegeben wird. Durch das warme Teewasser öffnet sie sich während des Trinkens und fängt ganz intensiv an zu duften! Ein echtes Genießer Erlebnis!

pray

Der Tag eines biddistischen Mönches is lang. Normalerweise wird um 4 Uhr geweckt. Allerdings haben wir auch mit einem Mönch gesprochen der nur 3 Stunden täglich schläft. Er liest schließlich 200 Bücher im Jahr (!!), da bleibt keine Zeit zu schlafen :)

Im Gegensatz zu katholischen Gottesdiensten wo die maximalste "Anstrengung" in 2 min knien besteht sind buddhistische Gebete übrigens richtig Action! Ständig wiederholende Verbeugungen, bis die Stirn den Boden berührt, begleiten das Gebet. Das macht wach morgens um 4! Wers noch ambitionierter mag: Ein „Rosenkranz“ besteht aus mindestens 108 solcher bows – das schreit nach Muskelkater!


Aber die nächste körperliche Herausforderung kam noch vor dem Frühstück: Sitting Meditation. Herausforderung vor allem weil man sich schwer auf nichts konzentrieren kann wenn einen nach 10 min im Lotussitz schon die Füße einzuschlafen. Aber es wurde von Tag zu Tag besser und man entwicklet eine große Bewunderung für die unglaubliche Körperbeherrschung der Mönche. Und die machen das sogar noch mit einem seligen Lächeln.

Apropos:

Laugh

Das ansteckende, herzliche Lachen der Mönche hier in Korea blieb mir mit am stärksten im Gedächtnis. Während der Teezeremonien oder den Spaziergängen konnte man die Mönche besser kennenlernen und ich war unglaublich angetan von deren Sinn für Ironie & Humor….Erst letztens erzählte uns einer mit verschmitzen Grinsen von seiner Schwäche für Baseball und wie er in den freien Minuten immer mit seiner Mönch-Baseball-Gang hinterm Tempel an seiner Wurftechnik übt^^


Übrigens gibt es unter den Mönchen große Deutschland Fans. Das hört man hier in Korea ja öfters doch in the middle of nowhere, im koreanischen Gebirge hat mich das doch etwas überrascht. Vorallem als er plötzlich ganz stolz seine Sammlung an original deutschen Staedler Kugelschreibern aus der Schublade zieht und meint "No Studies without my Staedler pen". Hahaha na Bravo, Globalization arrived :)

16.05.2011

Hanok Homestay

Endlich hab ich auch mal was gewonnen.

Auf der Seite des koreanischen Tourismusministerium hatte ich eine Ausschreibung gesehen. Es ging um ein all inklusive Wochenende ganz traditionell Koreanisch mit Übernachtung in einem Hanok. Dafür wurden Bilder/Blogs eingereicht. Ich hatte das Schicksal auf meiner Seite und würde schließlich ausgewählt.


Was folgte war ein unvergessliches Wochenende.


Wir lernten koreanisch kochen und könnten mit eigenen Händen erfahren mit welcher Feinarbeit Kimchi hergestellt wird. Außerdem kamen wir in den Genuß einer außergewöhnlichen Führung durch das Bukchon Village, einem der ältesten Viertel in Seoul.





Ich war zwar schon einige Male dort aber es war sehr interessant mal hinter verschlossene Türen zu blicken - wir besuchten die Werkstatt des bekanntesten traditionellen Schreiners Koreas und durften ein paar der Häuser von Innen anschauen....















Besonders fazinierend fand ich auch den Kwangjang market - hier findet man genau das Chaos das ich an Asien so liebe und jede Menge Koreaner in freier Wildbahn :)






Die stürzen sich hier auf Schweinenasen, Seefood Pfannkuchen, Blutwurst oder handgemachte frische Maultaschen... Von Überwindung bis zu absoluter Köstlichkeit ist echt alles dabei!

Das Hanok in dem ich die Nacht verbringen durfte befand sich im Herzen von Bukchon.
Die Besitzerin nutz die schönen alten Räume unter anderem für Ihr Think Museum in dem Sie Kinder in koreanischer Geschichte unterrichtet...Ein besonderes Higlight war das Frühstück - lauter selbstgemacht koreanische Spezialitäten auf sehr exklusivem Geschirr...dabei hab ich auch meine Liebe für Holzbesteck entdeckt! Ein Set davon steht mittlerweile ganz oben auf der Einkaufsliste!



Das KTO hat einem Türen geöffnet und Dinge gezeigt die man als normaler Tourist so sicherlich nicht erlebt hätte.



Beispielsweise den Besuch bei einer sehr talentierten Papierkünstlerin wo wir auch an einem Workshop teilnehmen dürften. Allein mit der Besichtigung von ihrem Haus & Garten hätte ich schon einen ganzen Tag verbringen können...

Das Wochenende war wirklich ein Glücksgriff und perfekt organisiert!
Ein Dank an das Schicksal und die Glücksfee die mich aus dem Berg an Bewerbungen gefischt hat :)

31.03.2011

erste Male.

Eine Woche voller erster Male.

Mein erster Besuch bei einem koreanischen Friseur endete in einer Kulturstudie :)

1. Nicht wundern wenn beim Betreten erstmal Panik unter den Mitarbeitern ausbricht & alle so schnell es geht hinter irgendeiner Tür verschwinden.
2. Der absolute Albtraum eines Koreanischen Friseurs: Ausländer. Rote Haare. Locken - ja. ja. ja. JACKPOT! :)
3. Niemals das Kommunikationsproblem unterschätzen ( in meinen Fall realisiert ich das Problem erst als ich plötzlich einen Pony hatte)
4. in Deutschland ist es nur Fönen, in Korea ist es eine 1-stündige hingebungsvolle Fön Zeremonie
5. Ob fönen, schneiden oder kämmen - es arbeiten mindestens 3 Friseusen gleichzeitig an einem
6. Obwohl der Salon im 4. Stock war wurde ich unter ständigem Verbeugen bis auf die Straße runter begleitet. Das Winken im Augenwinkel hörte auch erst auf als ich schon um die nächste Häuserecke verschwunden war....

Und übrigens: 5 der anwesenden 5 Männer ließen sich ne Dauerwellen machen. Hoff ma mal das dieser Trend nicht nach Europa überschwappt :D

Zweites erstes Mal.

Während alle anderen Angst vor den Entwicklungen in Japan haben kommt bei uns der Feind aus der anderen Richtung. Der sogenannte Yellow Dust. Seoul ist in diesen Tagen nämlich immer wieder in eine gelbe Staubwolke gehüllt. Es handelt sich dabei um Sandstürme aus den Wüsten in Nordchina und der Mongolei die im Frühjahr über Korea hinwegfegen. Durch die lange Reise über chinesische Industriegebiete transportiert der Staub immense Mengen an Schadstoffen, vor allem Schwermetalle. Im Zuge desseb schiessen die Verkaufszahlen für die Mundschutz Masken, wie mann Sie aus Asiatischen Städten kennt, in die Höhe. Unglaubliche 6 Milliarden Euro Schaden verursacht das Phänomen in der Region jedes Jahr. Mich hats Gott sei Dank nur mit Husten und Halsweh erwischt aber ich bin trotzdem froh wenn wir wieder zum normalen grauen statt gelben Großstadthimmel zurückkehren :)

Das dritte erste Mal.


Templestay. Kommendes Wochenende geht's für mich mit einer koreanischen Freundin ans südlichste Ende Koreas zum Mihwangsa Tempel. Dort werden wir 3 Tage zusammen mit buddistischen Mönchen leben, diskutieren, arbeiten und meditieren. Der Mihwangsa Tempel ist bekannt als einer der schönsten im Land und liegt an einem Berghang zwischen dem chinesischen Meer und der bekannten Dalma Gebirgskette.
Da wir dort wie Mönche leben wird unser Tagesablauf folgendermaßen aussehen:

4:00 (!!!!!) Wake Up Bell
4:20 Morning Chanting & Walking Meditation
5:00 Sitting Meditation
6:30 Breakfast
7:30 Community Work
8:30 Free Time
10:00 Chanting & Walking Meditation
11:30 Lunch
12:10 Free Time
5:00 Instructions on basic temple etiquettes.
6:00 Dinner
7:00 Evening Chanting
7:30 Tea zeremony
10:00 Sleep

Nach dem langen Wochenende bin ich dann also die Ruhe und Erleuchtung in Person.
Bis dahin verbleibe ich mit ooooooohhhmmmmm und vielen Grüßen :)

26.03.2011

Überwintern.




Ende Dezember gingen alle Studenten hier in den Zugvögelmodus über um im Süden in T-Shirt & Bikini statt Pulli & Schal zu überwintern.







Für mich gings über die Weihnachtsfeiertage erstmal nach China um dort mit meinen ehemaligen Mitbewohnerinnen ein wunderbar entspanntes Weihnachten zu verbringen (stillecht Chinesisch mit Plastikchristbaum natürlich) Anschließend gings nach Kuala Lumpur, Borneo, Brunei, Vietnam, Laos und Thailand.




Gegen Ende hat die kleine Thailändische Insel Koh Lipe dann aber alle Weiterreisepläne durchkreuzt. Das Castaway Life auf der touristisch noch fast unberührten Insel war einfach too good to give it up...

So wurden aus geplanten 3 Tagen 13 :)


Während der zweieinhalb Monate auf Tour haben wir Unmengen schöner Erinnerungen gesammelt. Was aber so eine Reise noch mehr ausmacht sind all die kleinen Alltagskuriositäten & Abenteuer!

Unvergesslich bleibt zum Beispiel der Hl. Abend in einer chinesischen Kirche.... Liedtexte auf Flatscreens, der Grundlärmpegel eines deutschen Einkaufszentrums an einem Adventssamstag und ausgedehnte Handygespräche schienen hier normal zu sein. Höhepunkt war jedoch die Kommunion: (siehe Bild)

Die Hände brav gefaltet fährt der Chinese seine Ellenbogen aus um sich mit dieser Methode möglichst schnell & maximal chaotisch nach vorne zu kämpfen. Genauso wie hundert andere. Es machte fast den Eindruck als ob statt einer Hostie Autogrammkarten für Lady Gaga verteilt wurden….Unvergesslich!



Während der Zeit on tour führte uns jeder Tag wieder das Reisegesetz Nr. 1 vor Augen: Nichts ist planbar!


Sei es die Tatsache das Klemens' Gepäck erst nach 17 Tagen seinen Weg nach Asien gefunden hat, oder die unzähligen Transportpannnen in Vietnam (20 Std eingequetscht im Bus zwischen Reissäcken & Limetten oder als der Zug nach 17 Std Fahrt plötzlich stehen blieb für 1, 2, ... 5 Std! (möglicherweise auch länger, wir haben uns jedenfalls nach 5 STd zu Fuss auf die Suche nach Zivilisation & Taxi gemacht)




…Besonderes Glück hatten wir aber auch beim Rollerfahren. Ein geplatzter Reifen, ein abgebrochener Schlüssel und ein halbstündiger Tankstellenmarsch dank leerem Tank zählen zur Bilanz (jaja ich weiß letzteres wäre planbar gewesen^^ )


Anyway.

Genau diese Erfahrungen gespickt mit magic moments wie das Schwimmen mit 2 Riesenschildkröten, einen Gespräch mit einem jungen buddistischen Mönch in Laos, sich eine komplette Insel nur mit einer handvoll Seezigeunern zu teilen oder das Gefühl freilebende Orang Utans in den Baumwipfeln am Flussufter zu entdecken - machen das Reisglück perfekt!
















Zum Ende hin war die Vorfreude auf Korea aber wieder riesengroß und ich bin mehr als bereit mich in die Abenteuer der letzten 3 Monate zu stürzen!