23.05.2011

Eat. Pray. Laugh.


...damit lassen sich die Tage im Mihwangsa Tempel am Äußersten Ende Koreas zusammenfassen.

Eat.



In buddistschen Tempeln wird vegan gegessen. Das kann mächtig Überwindung kosten wenn morgens um 6 Uhr zum Frühstück schon Kimchi (nennen wir es mal scharfes, kaltes Sauerkraut), Reis und Algensuppe auf dem Speiseplan stehen. ..Aber der Hunger überwiegt, schließlich ist man zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 2 Std auf den Beinen :)


Am zweiten Tag stand sogar ein Teezeremonie Workshop auf dem Programm. Koreanisches Teetrinken wird nämlich zelebriert! Mit maximalen Aufwand ,durch unzähligem umgießen, ausschütten und wiederaufgießen wird die perfekte Tasse Tee zubereitet. Mit unserem industriell hergestelltem Pfefferminz oder Hagebutten Tee daheim hat das nur noch sehr wenig zu tun…Das i-tüpfelchen zur Kirschblütenzeit ist übrigens eine geschlossene Kirschblüte die in die winzigen Tassen gegeben wird. Durch das warme Teewasser öffnet sie sich während des Trinkens und fängt ganz intensiv an zu duften! Ein echtes Genießer Erlebnis!

pray

Der Tag eines biddistischen Mönches is lang. Normalerweise wird um 4 Uhr geweckt. Allerdings haben wir auch mit einem Mönch gesprochen der nur 3 Stunden täglich schläft. Er liest schließlich 200 Bücher im Jahr (!!), da bleibt keine Zeit zu schlafen :)

Im Gegensatz zu katholischen Gottesdiensten wo die maximalste "Anstrengung" in 2 min knien besteht sind buddhistische Gebete übrigens richtig Action! Ständig wiederholende Verbeugungen, bis die Stirn den Boden berührt, begleiten das Gebet. Das macht wach morgens um 4! Wers noch ambitionierter mag: Ein „Rosenkranz“ besteht aus mindestens 108 solcher bows – das schreit nach Muskelkater!


Aber die nächste körperliche Herausforderung kam noch vor dem Frühstück: Sitting Meditation. Herausforderung vor allem weil man sich schwer auf nichts konzentrieren kann wenn einen nach 10 min im Lotussitz schon die Füße einzuschlafen. Aber es wurde von Tag zu Tag besser und man entwicklet eine große Bewunderung für die unglaubliche Körperbeherrschung der Mönche. Und die machen das sogar noch mit einem seligen Lächeln.

Apropos:

Laugh

Das ansteckende, herzliche Lachen der Mönche hier in Korea blieb mir mit am stärksten im Gedächtnis. Während der Teezeremonien oder den Spaziergängen konnte man die Mönche besser kennenlernen und ich war unglaublich angetan von deren Sinn für Ironie & Humor….Erst letztens erzählte uns einer mit verschmitzen Grinsen von seiner Schwäche für Baseball und wie er in den freien Minuten immer mit seiner Mönch-Baseball-Gang hinterm Tempel an seiner Wurftechnik übt^^


Übrigens gibt es unter den Mönchen große Deutschland Fans. Das hört man hier in Korea ja öfters doch in the middle of nowhere, im koreanischen Gebirge hat mich das doch etwas überrascht. Vorallem als er plötzlich ganz stolz seine Sammlung an original deutschen Staedler Kugelschreibern aus der Schublade zieht und meint "No Studies without my Staedler pen". Hahaha na Bravo, Globalization arrived :)

16.05.2011

Hanok Homestay

Endlich hab ich auch mal was gewonnen.

Auf der Seite des koreanischen Tourismusministerium hatte ich eine Ausschreibung gesehen. Es ging um ein all inklusive Wochenende ganz traditionell Koreanisch mit Übernachtung in einem Hanok. Dafür wurden Bilder/Blogs eingereicht. Ich hatte das Schicksal auf meiner Seite und würde schließlich ausgewählt.


Was folgte war ein unvergessliches Wochenende.


Wir lernten koreanisch kochen und könnten mit eigenen Händen erfahren mit welcher Feinarbeit Kimchi hergestellt wird. Außerdem kamen wir in den Genuß einer außergewöhnlichen Führung durch das Bukchon Village, einem der ältesten Viertel in Seoul.





Ich war zwar schon einige Male dort aber es war sehr interessant mal hinter verschlossene Türen zu blicken - wir besuchten die Werkstatt des bekanntesten traditionellen Schreiners Koreas und durften ein paar der Häuser von Innen anschauen....















Besonders fazinierend fand ich auch den Kwangjang market - hier findet man genau das Chaos das ich an Asien so liebe und jede Menge Koreaner in freier Wildbahn :)






Die stürzen sich hier auf Schweinenasen, Seefood Pfannkuchen, Blutwurst oder handgemachte frische Maultaschen... Von Überwindung bis zu absoluter Köstlichkeit ist echt alles dabei!

Das Hanok in dem ich die Nacht verbringen durfte befand sich im Herzen von Bukchon.
Die Besitzerin nutz die schönen alten Räume unter anderem für Ihr Think Museum in dem Sie Kinder in koreanischer Geschichte unterrichtet...Ein besonderes Higlight war das Frühstück - lauter selbstgemacht koreanische Spezialitäten auf sehr exklusivem Geschirr...dabei hab ich auch meine Liebe für Holzbesteck entdeckt! Ein Set davon steht mittlerweile ganz oben auf der Einkaufsliste!



Das KTO hat einem Türen geöffnet und Dinge gezeigt die man als normaler Tourist so sicherlich nicht erlebt hätte.



Beispielsweise den Besuch bei einer sehr talentierten Papierkünstlerin wo wir auch an einem Workshop teilnehmen dürften. Allein mit der Besichtigung von ihrem Haus & Garten hätte ich schon einen ganzen Tag verbringen können...

Das Wochenende war wirklich ein Glücksgriff und perfekt organisiert!
Ein Dank an das Schicksal und die Glücksfee die mich aus dem Berg an Bewerbungen gefischt hat :)